Gasschweißen: zwei Schläuche, die sich nie treffen dürfen
Ein Autogenplatz führt reinen Sauerstoff und ein Brenngas nebeneinander. Getrennt sind sie beherrschbar; gemischt bilden sie eine detonationsfähige Atmosphäre. Die ganze Aufgabe eines Schweißaufrollers besteht darin, zu garantieren, dass die beiden Kreisläufe nie in Verbindung treten, auch nach Jahren des Verschleißes nicht.
Bei einem gewöhnlichen Zwillingsaufroller teilen sich die beiden Schläuche ein Drehdurchführungsgehäuse. Eine verschlissene Dichtung kann dann die Gase in Verbindung bringen — und das Gemisch bildet sich im Inneren der Trommel, vor jeder Flammenrückschlagsicherung, also dort, wo nichts es aufhalten kann.
Schweißaufroller, die diesen Namen verdienen, haben zwei unabhängige Durchführungsgehäuse. Die Trennung ist konstruktiv: Selbst eine ausgefallene Dichtung kann keine Verbindung zwischen den Kreisläufen schaffen. Das rechtfertigt den Preisunterschied zu einem generischen Zwillingsaufroller, und es ist der erste zu prüfende Punkt.
Die Sauerstoffregel, die keine Ausnahme duldet
Keine Spur von Öl oder Fett darf mit Sauerstoff unter Druck in Kontakt kommen. Konzentrierter Sauerstoff senkt die Zündtemperatur von Fetten so weit, dass sie sich spontan entzünden, ohne Funken oder Flamme.
Drei praktische Folgen, die sich in jeder Werkstattanweisung finden.
Ein Aufroller, der Öl oder Fett geführt hat, wird nie auf Sauerstoff umgestellt, gleich welche Spülung. Sauerstoffkupplungen werden nicht geschmiert, weder bei der Montage noch bei der Wartung. Und Hände, Handschuhe und Lappen in Kontakt mit den Kupplungen müssen fettfrei sein.
Deshalb werden Schweißaufroller neu und entfettet geliefert, und deshalb wird für diesen Zweck keine gebrauchte Trommel wiederverwendet.
Die Schlauchgüte hängt vom Brenngas ab
Nicht alle Schweißschläuche sind gleich, und der Unterschied ist nicht sichtbar.
Ein für Sauerstoff-Acetylen qualifizierter Schlauch eignet sich für das in Werkstätten verbreitetste Paar. Ein für alle Brenngase qualifizierter Schlauch, bei mehreren Herstellern T-Grade genannt, ist erforderlich, sobald der Platz Propan, Propylen, MAPP oder ein Gemisch nutzt: Die Bestandteile dieser Gase greifen den Gummi von Standardschläuchen an.
Die Zersetzung ist innerlich und schleichend. Sie gibt vor dem Leck kein sichtbares Zeichen. Wenn Ihr Platz das Gas wechseln kann oder Sie nicht sicher sind, was in fünf Jahren angeschlossen wird, ist der Allgasschlauch die umsichtige Wahl.
Kennzeichnung und Kupplungen: zwei Sicherungen
Schweißschläuche sind farblich gekennzeichnet — üblicherweise Blau für Sauerstoff und Rot für Acetylen in Frankreich, mit je nach Land und Hersteller abweichenden Gepflogenheiten. Prüfen Sie die an Ihrem Standort geltende Kennzeichnung, statt sich auf Gewohnheit zu verlassen.
Die zweite Sicherung ist mechanisch: Brenngaskupplungen haben Linksgewinde, Sauerstoffkupplungen Rechtsgewinde. Eine Vertauschung bei der Montage ist daher physisch unmöglich. Die Standardkupplung für Schweißgase ist 9/16-18.
Flammenrückschlagsicherungen gehören zur Anlage und nicht zum Aufroller, aber ihr Vorhandensein bedingt die Sicherheit des Ganzen. Sie werden am Druckminderer und am Brenner montiert.
Lichtbogenschweißen: das Elektrodenkabel
Der Bedarf ist ein ganz anderer. Es gibt kein Gas mehr, sondern ein einzelnes Kabel großen Querschnitts, typischerweise 75 mm², durchflossen von einem Strom, der bei niedriger Spannung 400 A erreichen kann.
Ein Verlängerungsaufroller ist dafür nicht ausgelegt: Sein für 10 bis 30 A dimensionierter Schleifring würde sich erhitzen und nach wenigen Vorgängen Schaden nehmen. Es braucht einen Schweißkabelaufroller, dessen Schleifring und Querschnitt für den Strom vorgesehen sind.
Hinzu kommt die Abwertung jedes aufgewickelten Kabels: Ein auf seiner Trommel verbleibender Leiter gibt seine Wärme schlecht ab, und sein zulässiger Strom ist niedriger als abgewickelt. An einem Lichtbogenplatz, wo der Strom in kurzen, aber intensiven Zyklen fließt, ist das ein Prüfpunkt. Das Thema wird auf unserer Seite zu Elektrokabelaufrollern vertieft.
Einfache oder doppelte Abstützung
An einem festen Werkstattplatz genügt ein Aufroller mit einfachem Fuß. Bei Fahrzeugmontage, auf der Baustelle oder in einer Werkstatt, in der der Aufroller dauerhaft arbeitet, verteilt die Basis mit doppelter Abstützung die Kräfte auf zwei Verankerungen und beseitigt die häufigste Bruchursache, die Blechermüdung an den Befestigungen.
Die Ausführungen mit doppelter Abstützung bleiben allerdings in der Länge begrenzt, bei rund 21 m, wo die großen Trommeln mit einfacher Abstützung 76 m erreichen.



